"Ornis" - Verein für Vogelkunde und Vogelschutz Annaberg e.V.

    Gebietsbeschreibung des Landkreises Annaberg

    Der Erzgebirgskreis ist seit dem 1. August 2008 ein Landkreis im sächsischen Erzgebirge. Er ist mit über 360.000 Einwohnern der einwohnerreichste Landkreis Sachsens und erreicht bundesweit Rang 21. Die Kreisstadt des Erzgebirgskreises ist Annaberg-Buchholz.
    Zum Erzgebirgskreis gehören die ehemaligen Landkreise Annaberg, Marienberg, Schwarzenberg, Aue und Stollberg.
    Der Landkreis umfasst nahezu das gesamte sächsische West- und Mittelerzgebirge, von der Kammregion an der deutsch-tschechischen Staatsgrenze bis an den Übergang zum Erzgebirgsbecken zwischen den Städten Chemnitz und Zwickau.
    Höchster Punkt des Erzgebirgskreises und zugleich Sachsens ist mit 1215 m ü. NN der Fichtelberg. An seinen Hängen entspringen zudem zwei größere Flüsse des Westerzgebirges, die Zschopau und das Schwarzwasser. Weitere wichtige durch den Landkreis verlaufende Flüsse sind die Zwickauer Mulde, als größtes Fließgewässer, und die Flöha, welche im Osten die geomorphologische Grenze zum Osterzgebirge bildet. Größtes stehendes Gewässer ist die Talsperre Eibenstock. (Aus Wikipedia)

    Das Gebiet um Annaberg wird von drei anerkannten Obererzgebirgischen-Basalt-Tafelbergen
    - Pöhlberg bei Annaberg (832 m),
    - Scheibenberg bei Scheibenberg (807 m) und
    - Bärenstein bei Bärenstein (899 m)
    überragt.

      Blick auf den Pöhlberg

    Der Altkreis Annaberg mit einer Gesamtfläche von 438,1 km² (maximale Ausdehnung N nach Süd 36 km und O nach W 26 km) ist im Unterschied zu anderen deutschen Mittelgebirgen am dichtesten besiedelt. Im Jahr 1997 hatte der Landkreis 91.202 Einwohner, von denen 25,8 % in der Kreisstadt, also 23.501 Bürger in Annaberg-Buchholz wohnen. Die Bevölkerungsdichte liegt bei 208 Einwohner pro km². Zum Altkreis gehören 21 Gemeinden und 9 Städte, die sich hauptsächlich in Tallagen entlang der Flußgewässer erstrecken.

    Von der Gesamtfläche des Altkreises wurden 42 % landwirtschaftlich genutzt, 44,5 % sind mit Waldbeständen bewachsen, 0,5 % nehmen Wasserflächen ein und 4,7 % sind Siedlungen. 29,8 % sind als Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen.

    Die Landschaft des Altkreises Annaberg und die Bebauung sowie Besiedlung erreichte ihre Blütezeit im 15.Jahrhundert mit dem Silberbergbau. Der Abbau von Silber, Blei, Zinn, Wismut und Uran mit seinen gesamten Begleitumständen zeigen heute noch Halden, Bingen und historische Gebäude als Zeitzeugen. Weitere Zeugnisse der Besiedlung sind heute noch vorhandene Waldhufendörfer (germanische Siedlungsform). Vom Gewässer bergauf wurde außerhalb des Hochwassergebietes der Hof errichtet, dahinter entstanden durch Rodung Flächen für Garten, Felder und Weiden. An den Grenzen der Felder wurden abgelesene Steine der Feldarbeit aufgeschüttet, aus denen die Lesesteinrücken entstanden, die später mit Bäumen und Sträuchern bestockt wurden und der Landschaft ein eigenes Gepräge gaben.

    Der gesamte Altkreis Annaberg ist mit einem dichten Netz von Fließgewässern überzogen. Die größten Flußläufe sind die Zschopau, die Sehma und der Pöhlbach. Diese vereinigen sich zur Zschopau und fließen alle nach Norden. Darüber hinaus existieren 15 Stollengewässerausläufe und eine Heilwasserquelle, die "Georgsquelle" in Wiesenbad (Thermalbad Wiesenbad). An stehenden Gewässern besteht ein einziger Badesee, der Greifenbachstauweiher sowie eine Trinkwassertalsperre in Cranzahl. Weiterhin existieren kleine Teiche, welche vor allem für die Fischzucht genutzt werden.

    Der Altkreis Annaberg ist immer noch ein gefährdetes Gebiet in Sachsen, mit einer starken Belastung von Schwefeldioxid-Schadstoffen aus dem Böhmischen Becken, mit seiner braunkohleveredelnden Industrie. Die Immissionsschäden waren auch die Hauptursache des Waldsterbens in den Kammlagen. Dabei sind die Fichtenmonokulturen, mit 88,6 % Anteil an der Waldfläche, am meisten betroffen.

    Den Altkreis durchzieht ein dichtes Straßen- und Verkehrsnetz mit Bundes-, Staats- und Kreisstraßen von 307,5 km. Hierzu kommt noch eine Eisenbahnstrecke von 63,4 km und eine Schmalspurbahn von Cranzahl nach Oberwiesenthal mit 17,4 Schienenkilometer. Im Altkreis gab es 1996 nicht einen Kilometer Radweg. Annaberg ist von der Autobahn ca. 40 km entfernt, von den Anschlußstellen Hartenstein (A 72) oder Chemnitz (A 72/A 4).

    Ungünstige klimatische Bedingungen und fehlende größere Wasserflächen sind Ursache des Fehlens von Tauchern, Enten und Watvögeln, Möwen und Seeschwalben sowie in den Verlandungszonen vorkommende Rallen und Singvögel. Das gesamte Gebiet ist für Zug und Rast nicht geeignet. Singvögel, vor allem Drosseln und Finken werden durch das Vorhandensein von Ebereschen angezogen und plündern diese. Sind sie abgeerntet ziehen die Vögel weiter.

    In den zusammenhängenden Fichtenwäldern sind Rauhfußkauz und Sperlingskauz anzutreffen. Fichtenwald mit Rotbuchenbeständen sind für Schwarzspecht und Hohltaube geeignet und von diesen besiedelt. Eine kleine Population der Ringdrossel ist im Fichtelberggebiet anzutreffen. Auch die Nominatform des Birkenzeisigs (Carduelis flammea cabaret) ist Brutvogel im Landkreis. Als neuer Brutvogel konnte der Karmingimpel nachgewiesen werden und ist mit wenigen Brutpaaren vertreten. An den zahlreichen Flußgewässern sind Gebirgsstelze und Wasseramsel Brutvogel, der Eisvogel ist nur Überwinterer. Die freie Heckenlandschaft mit Wiesen und Weiden sind für Wiesenbrüter gut geeignet, Pieper, Lerchen, Braunkehlchen. Heckenbrüter sind entsprechend des Vorhandenseins überall anzutreffen, im besonderen Neuntöter. Durch extensive Erweiterung der Städte und Gemeinden (Gewerbegebiete) und damit Einschränkung des Lebensraumes sind die Brutplätze vom Kiebitz und Rebhuhn am Stadtrand von Annaberg erloschen.